Verband
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 Hauptdaten der Anlage

 Bemessungswerte: Einwohner und Einwohnergleichwerte (E+EGW): 100.000 EGW. Verschmutzung: 60g  BSB5/EGW,
 Tag 6.000 kg BSB5/Tag

 Das Einzugsgebiet des Reinhalteverbandes umfasst in 4 Gemeinden auf rund 30km Länge die Talsenke des Wolfgangsees
 samt  Krottensee und Postalm, weiters das von der Ischl durchflossene Wolfgangtal und das weite Becken von Bad Ischl
 am  Zusammenfluss von Ischl und Traun. Ein Herzstück des Salzkammergutes mit etwa 25.000 ständigen Bewohnern; 
 dazu  zahlreichen Gästen, Gastgewerbe- und Kurpersonal, Campern, Schülern sowie Gewerbe- und Versorgungsbetrieben,
 die insgesamt die vorsichtig gewählte Ausbaugröße von 100.000 EGW ergeben.

 Vorgeschriebene Ablauf-Werte: BSB5: 20 mg/l; PO4-P:1 mg/l, da die Auslastung stets weit unter dem Bemessungswert liegt, ist die Reinigungsleistung
 wesentlich besser; Ablauf-BSB5 derzeit bei 3....8 mg/l.

 Wassermengen: 175l/EGW, Tag; bei Trockenwetter maximal 17.500 m³/Tag.
 Trockenwetterabfluss: TWA=270l/s.
 Regenwetterabfluss: RWA=960l/s; davon über RÜB: 420l/s; über ARA: 540l/s.

 Vorfluter:
 Traun bis Ischl -Fluss: 753 km²
 Einzugsgebiet Ischl Fluss: 252 km²
 Rettenbach: 71 km²
 Traun bei Kläranlage: 1080 km²

 Wassermengen Traun bei Kläranlage:
 Mittl. Niedrigwasser: 13 m³/S
 Mittelwasser: 56 m³/s
 Mittl. Hochwasser: 310 m³/s
 Höchsthochwasser: 1200 m³/s

 Die Traun, der eigentliche zentrale Fluss Oberösterreichs, wurde durch Kläranlagen der Gemeinden und Verbände, aber auch der Papier-, Zellstoff- und
 Textilindustrie plangemäß im letzten Jahrzehnt wieder in einen guten Gewässerzustand versetzt.

 Mechanische Reinigung

 Regenüberlaufbecken1000 m³
 Rechen Stablichte: 20 mm
 Sandfang Nutzinhalt: 2x65 m³
 Schneckenpumpen: 3x180 l/s
 Vorklärbecken: 3x400 m³

 Die Abwässer aus dem ganzen Verbandsgebiet, also aus den 4 Mitgliedsgemeinden, gelangen im  Verbandssammler 1 am linken Traunufer zur 2 km
 unterhalb der Ischl-Mündung gelegenen Verbandskläranlage.
 Im Zulaufkanal (VS 1; Dm 120 cm) kommen bei Trockenwetter maximal 270 l/s, bei Regenwetter bis zu 960 l/s an. Bis zu 540 l/s gehen über den
 Traundüker (2x DM 50 cm) zur am rechten Traunufer gelegenen Kläranlage  und werden dort gereinigt; die darüber hinausgehenden Zulaufmengen –
 bis zu 420 l/s  – werden über das  Regenüberlaufbecken in die Traun geleitet.

 Regenüberlaufbecken und Traundüker

 Zulauf bei Regen max. 960 l/s
 Zur Kläranlage bis zu 540 l/s über Düker, 75m lang; 2 Rohre DM 500mm
 Überlauf zur Traun max. 420 l/s über Becken 1000 m³; Aufenthaltszeit 40 min, Kippenspülung Rechen 2 Gegenstrom-Harkenrechen, Breite: 100 cm,
 Stablichte: 2cm
 Rechengutpresse: wirft in Container ab; dieser geht zur Müllabfuhr. Rechen im Betriebsgebäude von Warte  einsehbar.

 Sandfang
 Belüfteter Langsandfang mit 2 Kammern je 67m³ vollkommen überbaut im Betriebsgebäude mit Fett- und Ölfang. Längsräumer mit Sand- und Fettschild,
 Sandwäscher mit Ablass in Container.

 In der mechanischen Stufe werden Grobstoffe, Schwimmstoffe und absetzbare Stoffe durch Rechen, Sandfang und  Vorklärbecken entfernt; dies reinigt
 das Abwasser zu etwa 30 Prozent. Der in den Vorklärbecken anfallende Schlamm – zusammen mit  dem Überschussschlamm der biologischen Stufe –
 wird zu den Eindickern und von dort in die Faultürme zur  Ausfaulung gepumpt.

 Zulaufmessung
 mit IDM DM 500; steuert alle Schneckenpumpen

 Zulaufschnecken
 3 Schneckenpumpen DM 1000 mm
 3x180 l/s; Förderhöhe 2,30 m
 stufenlose Anpassung an Zulaufmenge Hebung wegen Grundwasser und Traunhochwasser

 Vorklärbecken
 3 Längsbecken je 7,0x25,0x2,3 = 400 m³ mit Schildräumer für Boden- und Schwimmschlamm

 Biologische Reinigung

 Belebungsbecken: 3x1730 m³
 Nachklärbecken: 3x1930 m³
 Raumbelastung: 0,77 kg BSB5/m³, Tag
 Schlammbelastung:0,23 kg BSB5/kg, Tag
 Phosphatfällung:Simultan mit Eisensalz

 Biologische Reinigungsstufe

 Belebungsbecken mit Belüftung
 Nachklärbecken
 Rücklaufschlammpumpen
 Belebungsbecken

 3 ovale Umlaufbecken, je 1730 m³ Schlauchbelüfter, 5,0 m Einblastiefe, 2 Umwälzpropeller (2kW) je Becken

 In den Belebungsbecken wird die Reinigungsarbeit von Milliarden von Bakterien und mannigfachen Kleinlebewesen verrichtet, die sich von den flüssigen
 Verunreinigungen ernähren, sich laufend rasch vermehren und dabei den „Belebtschlamm“ bilden.

 Zum Leben brauchen die Bakterien den Sauerstoff der Luft, diese wird in großen Mengen (bis zu 3500 m³/h je Becken)  eingeblasen; die Gebläse –
 Hauptenergieverbraucher der Kläranlage – werden Klärgasmotoren angetrieben.

 Durch die Bakterien werden auch alle flüssigen, unsichtbaren Verunreinigungen in absetzbaren Schlamm umgewandelt,  das Abwasser zu 95 bis 98
 Prozent gereinigt, im geklärten Ablauf verbleiben nur unmerkbare 2 bis 5 Prozent der ursprünglichen Belastung; dies verträgt die Traun spielend.

 Gebläse im Gebläsehaus
 2 Gasmotor-Gebläse je 70 kW
 2 Elektromotor-Gebläse je 45 kW
 1 Gasmotor-Generator 80 kW

 Phosphatfällung – 3. Reinigungsstufe

 Die biologische Reinigung (2. Reinigungsstufe) wird bei dieser Kläranlage durch eine Phosphatfällung mit Eisensalzen ergänzt, zwecks Entfernung
 dieses Düngestoffes aus dem Abwasser.

 Nachklärbecken
 3 Langbecken je 10x65x3 = 1930 m³ Inhalt
 Kettenräumer, 100 m Ablaufschwelle,Skimrinne für Schwimmschlammabzug
 Ablaufmessung: Venturi DM 80 cm, Probenehmer

 Der in den Belebungsbecken gebildete Schlamm wird in den Nachklärbecken bei 3 bis 6 Stunden Aufenthaltszeit abgesetzt; das gereinigte Abwasser
 fließt sauber und klar zur Traun ab.

 Der abgesetzte Bakterienschlamm wird vom Kettenräumer in Trichter gestreift und von dort mit Rücklaufschnecken zum „Weiterarbeiten“ (Fressen,
 Vermehren) in die Belebungsbecken rückgepumpt. Ein kleiner Teil des Belebtschlammes  wird als Überschussschlamm ins Vorklärbecken gepumpt,
 dort abgesetzt und als Schlamm weiterbehandelt.

 Rücklaufschnecken
 Je Nachklärbecken 1 Rohrschnecke DM 1000 mm umschaltbar 90/180 l/s, zus. 90 bis 540 l/s Fördermenge einstellbar.

 Phosphatfällung
 Dosierstation (6 Pumpen) für Eisensalze im Gebläsehaus-Keller.

 Lösestation für Eisen-2-Sulfat (Grünsalz), billiges Fällmittel, meist Abfallprodukt der Industrie. Die Lösestation kann auch für benachbarte Kläranlagen
 dienen.

 Schlammbehandlung
 Anfall von Schlamm dem „Endprodukt“ der Abwasserreinigung:
 Frisch – Schlamm: Max. 260 m³/Tag
 Ausgefaulter Schlamm: Max. 120m³/Tag
 Entwässerter Schlamm:Max.   15m³/Tag

 Eindicker
 2 Voreindicker je 290 m³
 zur maximalen Reduktion der in die Faultürme gelangenden Frischschlammmenge; mit Krählwerk zur Trennung von Schlamm und Trübwasser

 1 Nacheindicker 290 m³ für ausgefaulten Schlamm; mit Krählwerk1 Trübwasser-Silo 290m³ zur Regelung der Faulwasserrückgabe in die Kläranlage
 1 Faulschlamm-Silo 290m³ zur Zwischenspeicherung vor der Entwässerung oder Flüssigabgabe

 Schlammpumpen
 3 Frischschlammpumpen in Schächten der Vorklärbecken; fördern in Eindicker
 3 Faulturm-Beschickerpumpen für hohen Druck
 3 Umwälzpumpen für Schlamm zum Wärmetransport in die Faultürme
 1 Wärmetauscherpumpe für den Spiralwärmetauscher

 Der Schlamm aus den Vorklärbecken – zusammen mit dem Überschussschlamm aus der Belebung – wird zunächst in die Eindicker  und eingedickt
 sodann in die Faultürme gepumpt. Über Wärmetauscher wird dort der Schlamm – vor allem aus der Abwärme der  Gasmotoren – auf rd. 35°C geheizt;
 er fault unter Luftabschluss und mit Klärgasbildung völlig aus, er ist dann nicht mehr faulfähig und weitgehend geruchlos. Das entstehende Klärgas wird
 in den Gasmotoren verbrannt, dient somit der Energieerzeugung für den Antrieb der Gebläse für die  Belebung, die Abwärme wird für die Heizung der
 Faultürme und der Gebäude  benützt.

 Faultürme
 2 Faultürme je 3500m³ Inhalt, DM 20m, H=15m, ebene Sohle
 Umwälz- Schraubenschaufler
 Schlamm- und Trübwasserabzug
 Schwimmschlammabzug
 Gasentnahme

 Wärmetauscher
 Schlammheizung aus Abwärme der Gasmotoren oder Heizkessel

 Spiralwärmetauscher
 Wärmerückgewinnung (420kW) aus abgelassenem Faulschlamm und Trübwasser zur Frischschlammheizung

 Heizzentrale Wärmequellen
 3 Gasmotoren (Klärgas oder Propan) notfalls 2 Heizkessel (Gas, Öl)

 Wärmeverbraucher
 Faultürme, Gebäude, Warmwasser, Kronenheizung, Entschwefler, Verdampfer

 Schlammbehandlung
 Voreindicker: 2x290 m³
 Frischschlammanfall: max. 7900 kg TS; 260 m³/d
 Faulschlammanfall: max. 5500 kg TS; 120 m³/d
 Entwässerter Schlamm: max. 6500 kg TS;   15 m³/d
 Schlammfaultürme: 2x3500 m³
 Klärgasanfall: max. 3000 m³/d
 Gasbehälter; Inhalt: 1000 m³
 Alle Werte bei Voll-Last 100.000 EGW; derzeit wenig.

 Schlammentwässerung
 untergebracht in einem eigenen Gebäude.

 Der in den Faultürmen etwa 40 Tage lang ausgefaulte Schlamm wird in den Nacheindicker oder Faulschlammsilo abgelassen und von dort entnommen
 und zur Schlammentwässerungsanlage gepumpt. Dort wird er mit Kalk  und Eisensalzen vorbereitet und in der Kammerfilterpresse unter hohem Druck
 entwässert, wobei der Schlamm auf 1/10 seines Volumens verkleinert und keimfrei gemacht wird. Er ist für Deponie oder aber für land- und
 forstwirtschaftliche Verwertung geeignet.

 Kammerfilterpresse
 Presse für max. 840m³ Schlamm pro Woche Konditionierung mit Kalkmilch und Eisensalz; Kalksilo 39m³; Kalklöscheinrichtung Eisen-Drei-Chlorid Tank
 16m³ Alternative Schlammkonditionierung mit Polymeren statt Kalk-Eisen ist vorbereitet.

 Kammerfilterpressen erbringen von allen Schlammentwässerungsverfahren die beste Entwässerung; somit das kleinste verbleibende Volumen und die
 beste Hygienisierung – das verbleibende Produkt ist keimfrei und appetitlich.

 Schlammabfuhr
 Schlammaustrag aus Presse und Trogkettenförderer,  Abfuhr mit Traktor und Anhänger  Deponie für den Trockenschlamm ausreichend für 20 Jahre;
 20.000
m² Reservegrund für weitere 30 Jahre vorhanden

 Gegebenenfalls Schlammverwertung bei:
 Forstwirtschaft
 Begrünung
 Straßenbau
 Landwirtschaft
 Flüssigschlammabgabestation, falls Schlamm in dieser Form benötigt wird.

 Fäkalübernahme
 
Übernahme von Senkgrubeninhalten und Schlamm aus Hauskläranlagen aus dem Verbandsgebiet; mit Prüfung, Mengenzählung
 und  Rundrechen. Einpumpen in Eindicker und Faultürme. Dient der Entsorgung von nicht am Kanal angeschlossenen Häusern.

 Gasentschwefler
 Das anfallende Klärgas (70% Methan) wird entschwefelt um Motoren und Umwelt zu schonen.

 Gasbehälter
 
Klärgasbehälter 1.000m³ zur wirtschaftlichen Verwertung des Gases.
 
 
Weitere Bauteile der Anlage

 
Warte mit Schalt-, Steuer- und Überwachungsanlage. Sichtverbindung zu Labor, Rechenraum, Büros und Kläranlagengelände; rasche Verbindung zum
 Faulturm. Labor zur Untersuchung der Klärwirkung, Schlammlabor geruchsgeschützt, Betriebsräume, Pumpenräume, Heizraum, Wärmetauscher,
 Werkstätten, Garage, Depots, Rechenraum, Sandfang, Personalräume, Sanitärräume, WC, Duschen, Garderoben,
 Aufenthaltsräume, Betriebsleiterbüro, Sekretariat mit Archiv für den ganzen Verband
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